Besuch der  ehemaligen Scheiblerschen Tuchfabrik in Monschau-Dreistegen am Samstag, 08.07.2017 und Besichtigung /Führung durch die jetzige Dreistegen GmbH, Herrn Dr. Kayser

 

„Die Bohrlöcher für die Sprengköpfe waren bereits gebohrt…“ so beginnt die Berichtsreihe des Landschaftsverbandes Rheinland zum unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeteiles Dreistegen. Das Gebäude sollte schon durch die Firma Braun abgerissen werden, weill es baufällig war und eine  Gefahr für die B 258 darstellte. Durch den Kauf des Unternehmer Dr. Kayser wurde die Sprenung in letzter Sekunde verhindert.

 

Errichtet um 1778 wurde durch die spätere Fa. Scheibler  die Anlage stets fortentwickelt und modernisiert. Um 1899/1900 war sie mit  236 Beschäftigten größter Betrieb in Monschau. Die Kombination aus  der Rur abgezweigter Wasserkraft, Dampfmaschine mit Kesselhaus und Turbinenkammern zum Antrieb der Transmissionsräder und  Elektrifizierung bot um die damalige Zeit eine der modernsten Textilfabriken der Region auf. Auch verschiedene Menschen aus Konzen fanden hier Arbeit und Lohn.

In den Zeiten nach 1960 wurde die Produktion eingestellt. Jahrelanger Leerstand, missglückte Übernahmeversuche und fehlende Bauunterhaltung führten Anfang 2000 zu mehreren Teilsperrungen der B 258 im Bereich des „Hochhauses“. Dacheinstürze, herausbrechendes Gestein etc. führten neben den eben genannten Gefahren zu einem schlechten Erscheinungsbild beim Einfahren in die Stadt.

 

 

 

Rund 50 Interessierte besuchten auf Einladung des Heimatvereines Konzen die neue Produktions- und Geschäftsstätte der Dreistegen GmbH in Monschau unter dem Motto

"So nah und doch unbekannt"

 

Dr. Kayser führte als Betriebsinhaber gemeinsam mit seiner Ehefrau die recht große Besucherschar durch seinen 2008 gegründeten Betrieb. Beeindruckend schilderte er seine Firmenphilosophie, eine neue Produktion in der 1788 erbauten ehemaligen Textilfertigungsanlage (ehem. Fam. Scheibler) am Zusammenfluss von Perlenbach und Rur zu schaffen.

Die vielfältige Oberflächenbehandlung verschiedenster Werkstücke mit modernster Technik führt zu Kundschaft aus dem deutschen, aber auch europäischen Raum und enthält für die Dreistegen GmbH einige Alleinstellungsmerkmale auf dem europäischen Markt. Die Nachfrage steigt, so dass aus der Beginnphase mit einer Maschine in einer Halle inzwischen weitere Maschinen und  zwei Hallen des von Zerfall bedrohten Areals wieder errichtet und den Denkmalbestimmungen entsprechend ausgebaut werden konnten. Mit den seinerzeit vom Wasserversorgungszweckverband Perlenbach erworbenen ersten Bereichen hat Dr. Kayser zielgerichtet eine hochmoderne Produktionsstätte geschaffen, die heute bereits 30 Arbeitsplätze vorweist. Die Besucher waren angenehm überrascht über den Mut Altes zu erhalten und Neues zu schaffen. Mit den ebenfalls erworbenen weiteren Gebäuden hat er sich  auch die Wasserrechte an alten Zuflüssen in das Fabrikationsgebäude sichern können.

 

Bereits 1906 wurde die Textilfabrikation mit Wasserkraft und beginnender Elektrizität versehen, damals eine moderne Fertigung mit rund 290 Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern aus dem Monschauer Land – auch aus Konzen, so dass der Konzener Heimatverein diese Fertigungsanlage zum Betrachten aus alter Zeit und der heutigen Moderne machte.

 

Die Dreistegen GmbH bildet ihren Mitarbeiterbereich selber aus, so dass auch Auszubildende hier Möglichkeiten in einem modernen Berufsfeld finden.  

Vorsitzender Manfred Huppertz bedankte sich bei Herrn Dr. Kayser und Gattin für die überzeugende Führung mit einer Spende für die „Kaffeekasse“ der Mitarbeiter.

 

 

 

 

Anschließend besuchten die Freunde des Heimatvereines die „Höfener Mühle“ mit den Gastwirten Michael und Anna Theißen, die in diesem Jahr das 170jährige Bestehen im Familienbesitz feiern und wo die Erlebnisse von Dreistegen im Gespräch bei Speis und Trank ausgetauscht wurden.

"So nah und Unbekannt 2016": Firma Dürr in Imgenbroich und Uraald Scholl in Mützenich

Herr Möris erklärt die Produktion

Die Exkursion des Heimatvereins Konzen führte in diesem Jahr unter diesem Leitthema im Industriegebiet Imgenbroich zur Firma Dürr. Jeder ist schon so oft an der Fassade vorbeigefahren, ohne zu wissen, was sich dahinter tut.

So bedankte sich der 2. Vorsitzender des Heimatvereins Konzen Theo Steinröx beim Werksleiter Möris und Betriebsleiter Knott für das Entgegenkommen, den Teilnehmern zu zeigen, was aus den ehemaligen Kartoffelfeldern zwischen Imgenbroich und Konzen geworden ist.

Die ca. 30 Mitglieder des Heimatvereins Konzen staunten nicht schlecht, als ihnen mit einer Dokumentation im Konferenzraum der Firma Dürr veranschaulicht wurde, welches Wissen und welche Entwicklung in dieser Firma steckt, die als eine der ersten sich in diesem für die Stadt Monschau neuem Industriegebiet angesiedelt hatte.

Waschmaschinen für Industrieprodukte hatten die meisten noch nie gesehen und waren bei einem Rundgang durch das Werk beeindruckt von der faszinierenden Technik und Genauigkeit der vorgeführten Maschinen.

Herr Möris und Herr Knott schilderten engagiert, wie sie sich auf dem globalen Weltmarkt behaupten müssen und insbesondere der chinesische Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus sein müssen. Besonders stolz berichteten sie über das gute Klima der Belegschaft, welche meistens aus der Eifel kommt und hier sichere und gute Arbeitsplätze gefunden hat.

Vorsitzender Manfred Huppertz bedankte sich bei der Betriebsleitung mit dem Fazit, dass kaum einer diese Fülle von Wissen, Fertigkeit und weltweiter Präsenz hinter dieser Fassade vermutet hatte.

 

Uraald Scholl in Mützenich

Günter Völl, Vorsitzender Heimatverein Mützenich, empfängt den Heimatverein Konzen

Der nächste Anlaufpunkt der Exkursion war die Uraalt Scholl in Mützenich. Dort präsentierte der Vorsitzende des Heimatvereins Mützenich Günter Völl das Schulmuseum in einer lockeren und heiteren Weise, die allen Teilnehmern gefiel. Schnell wurde den Besuchern klar, dass hier nicht nur die Vergangenheit der Schule sondern auch der Lebensart der Eifeler, speziell von Mützenich, an Hand von vielen Utensilien anschaulich dargestellt wurde. Viele Gegenstände erinnerten an die frühere Kindheit und die Arbeit des Alltages in unserer Heimat. Hier kamen Erinnerungen an alte Zeiten hoch, als das Leben auf dem Lande noch mühsamer und einfacher war.

Ein Imbiss im Restaurant „Zum Stehling“ rundete die Exkursion mit dem Motto „So nah und doch unbekannt“ ab.

"So nah und doch unbekannt 2015"        Kloster Reichenstein Bauernmuseum  Eicherscheid

Wir wurden im Verwalterhaus empfangen
Übersicht über die Klosteranlage

Und dann nach Eicherscheid in Bauernmuseum

Bauernmuseum von Anneliese und Josef Arnolds in Eicherscheid

Jahresexkursion zur Glockengießerei in Brockscheid        19. Juli 2014

An Modellen wird die Herstellungsarbeit erklärt

Wir waren in Brockscheid in der Glockengießerei. Brockscheid ist ein kleiner Ort von 250 Einwohnern in der Südeifel. Dorthin haben sich vor mehr als 150 Jahren die Glockengießer, die bis dahin immer auf Wanderschaft waren, wegen des günstigen Lehmbodens niedergelassen.

Die Glockengießerei ist über mehrer Generationen in derselben Familie geblieben. Neu ist jetzt, dass ein weiblicher Nachkomme die Firmenleitung hat.

Die Herstellung einer Glocke hier in Brockscheid ist ausschließlich Handarbeit.Dies soll nach Aussage von Sachverständigen Garant für einen weichen dunklen Ton sei. Es sind eine ganze Reihe verschiedener Arbeitsschritte nötig. Zuerst muss eine Form für die spätere Glocke erstellt werden. Diese Form wird ausschließlich aus Ziegelsteinen und Lehm erstellt. Der Lehm bekommt als Zusatz noch Pferdemist und Rinderhaare. Diese Zusätze festigen den Lehm und verhindern die Rissbildung, wenn der Lehm an der Form trocknet. Die Form wird mit Hilfe einer Schablone, die der Glockengießer fertigt, aufgeformt.

Der Lehm wird mit Pferdemist und Rinderhaaren gemischt.

Auf ein Buchenbrett zeichnet er das Profil der späteren Glocke auf. So weiß er schon vor dem Guss der Glocke, wie groß und wie schwer sie wird und vor allem welchen Ton sie bekommt. Wie er das macht, trägt er nicht nach außen. Dies ist ein streng gehütetes Geheimnis und bleibt in der Familie.

 

Der erste Formteil ist der Glockenkern. Er entspricht ganz genau dem Inneren der zu gießenden Glocke. Zunächst wird er grob aus Ziegelsteinen aufgemauert. Danach folgen Lehmschichten, die Schicht für Schicht mit der Schablone abgezogen werden. Es kann erst dann eine neue Lehmschicht aufgetragen werden, wenn die vorige Schicht bereits getrocknet ist. Aus diesem Grund wird im Inneren der Formen ein Brikettfeuer unterhalten.

Die Falsche Glocke wird über den Glockenkern geformt.

Die nächste Aufgabe besteht darin, den zweiten Teil der Glockenform - die sogenannte “Falsche Glocke” - zu formen. Mit Hilfe der Schablone werden auf den fertigen Glockenkern weitere Lehmschichten aufgetragen, die dann eben diese falsche Glocke bilden. Danach klebt man die Inschriften und Verzierungen aus Wachs, die später auch auf der richtigen Glocke erscheinen sollen, auf. Das Wachs schmilzt, wenn die Form erhitzt wird, hat sich aber vorher als Negativ in den Glockenmantel, den nächsten Formteil, abgedrückt.

Es roch wie bei Junker in der Gießerei
Mit Stimmgabeln werden die Glocken überprüft
Das renovierte Haus des Pfarres von Brockscheid von der Vorderseite
Ölgemälde von Gartenseite

Wir besichtigten anschließend das frührere Haus des Pfarres von Brockscheid. Es ist von Bauingenieur Klaus Dieter Hammes, der aus Brockscheid stammt und nun in Aachen wohnt, 1995 gekauft und sehr liebevoll restauriert worden. Es "erzählt" von der Wohnkultur und Lebensart unserer Vorfahren in der Eifel. Der Brunnen, der Garten und das Haus sind Zeugnisse von den Menschen in der Eifel und ihren Schicksalen. 

Es wird noch von der Mutter des Bauingenieurs bewohnt, der uns die Geschichte des alten Pfarrhauses, den Baustil und die Restaurationsarbeiten ausführlich darstellte.

Die Ehefrau bewirtete die Besucher darüberhinaus mit frischem Wasser, was allen in der Hitze des Tages sehr wohl tat und ein Beispiel für die Eifeler Gastfreundschaft war.

Jeder Stein im Garten hat seine Geschichte
Der Brunnen hat eine Tiefe von 9 m und fasst 7000 l Wasser
Krimihotel in Hillesheim

Zum Abschluss besuchten wir das Krimihotel in Hillesheim, wobei es nicht Mord und Totschlag gab, sondern Kuchen und Brötchen.

Jahresexkursion zum Karmelitinnenkloster nach Zweifall und zum Zinkhütter Hof in Stolberg am 17.8.2013

(44 Teilnehmer)

Ein Kloster für zwei Nonnen

Die zwei Schwestern von Zweifall

 

Nur noch Schwester Regina, Schwester Katharina und Hund Hermann bewohnen ein Karmelitinnen-Kloster bei Aachen. Nun droht ihnen die Zwangsräumung, doch die Besetzer-Nonnen wehren sich entschieden.

 

Vor mehr als sechs Jahren schon sollten Schwester Regina und Schwester Katharina eine Unterschrift leisten und damit besiegeln, dass sie ihr Kloster in Zweifall bei Aachen verlassen. Doch die Karmelitinnen erwiesen den Gesandten des Bistums Aachen diesen Gefallen nicht. Seitdem leisten sie Widerstand gegen die klerikale Obrigkeit. „Wir gehen hier nicht weg“, sagt Schwester Katharina zu FOCUS Online. Die gebürtige Polin ist 46 und hat die Hälfte ihres Lebens im abgeschiedenen Zweifall verbracht. Als sie in den 80er-Jahren ankam, waren sie noch zu fünft, zurzeit bewohnen das Ensemble nur noch zwei Nonnen – zu wenig, findet das Bistum Aachen. Die Kirchenoberen sehen das Kloster offiziell bereits seit Jahren als aufgelöst an.
„Keiner lässt sich doch so leicht sein Haus wegnehmen“, sagt Schwester Katharina. „Das Kloster trägt sich selbst. Wir verdienen unser Geld mit Hostienbacken und dem Klosterladen.“ Sie und Mitschwester Regina hätten mehrfach versucht, mit dem Bistum zu einer Lösung zu kommen. „Aber die schmettern alles ab. Es ist, als haut einer mit der Fliegenpatsche auf eine kleine Mücke.“
Inzwischen läuft der Streit vor weltlichen Gerichten, und es sieht auch hier nicht gut für die beiden Schwestern aus. Das zuständige Amtsgericht hat einen Notvorstand mit Schwestern aus anderen Klöstern eingesetzt. Denn: Seit dem Tod der Oberin im Sommer 2006 sind die beiden Kirchenrebellinnen in Zweifall ohne direkte Führung. „Unsere Anwälte gehen gegen die Entscheidung des Gerichts vor. Wir haben Beschwerde eingelegt“, sagt Karmelitin Katharina. Die 46-Jährige und ihre 60-jährige Mitschwester fühlen sich von weltlicher und kirchlicher Obrigkeit schlecht behandelt: „Wir sind für die Luft, aber die haben vergessen: Ohne Luft lässt sich nicht leben.“
Das Bistum hält das Ende des Standorts für unausweichlich: „Ich kann verstehen, dass die Schwestern mit dem Kloster verbunden sind, aber es ist nicht zu halten“, sagt Sprecher Franz Kretschmann. Die Schwestern hätten sich ihrerseits nicht immer kooperativ verhalten: „Da wurden Hausverbote gegen Vertreter des Bistums erteilt.“ Karmelitisches Leben im Sinne des Ordens sei zu zweit nicht möglich.
Die beiden Nonnen jedenfalls halten sich auch zu zweit streng an die Regeln des monastischen Ordens der unbeschuhten Schwestern der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel, wie sie versichern. „Wir stehen jeden Tag um fünf Uhr auf“, sagt Schwester Katharina. Das erste Gebet folgt um 5.45 Uhr, über zwei Stunden vor dem Frühstück. Neben all den einzuhaltenden Zeiten für Meditation, Gebete, Gottesdienste und das Studium theologischer Schriften müssen die Schwestern die Klosteranlage in Schuss halten und dafür sorgen, dass etwas in die Kasse kommt. „Putzen, waschen, Hostien backen“, sagt Katharina. „Unsere Tage sind gut ausgefüllt.“ Auch nach dem Abendessen und dem Aufräumen der Küche bleibt noch Arbeit. „Wir dürfen zwar dann den Regeln nach keine größeren neuen Aufgaben mehr beginnen, aber Socken stopfen geht schon.“
(Quelle Fokus 31.8.2011)
Die Kirche besteht aus zwei Etagen: Unten für die weltlichen Besucher, oben für den Orden
Hostienbäckerei mit Schwester Katharina

Zinkhütter Hof

Zinkhütter Hof

Heute ist morgen schon gestern!

Die Kraft zu Visionen resultiert nicht zuletzt aus der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Erst wer sie kennt, kann sich von ihr lösen, um neue Wege zu beschreiten.

Foto: Alte Aufnahme vom Innenhof

In diesem Sinne ist der Zinkhütter Hof ein Ort der Begegnung zwischen den Visionen der Vergangenheit und den Visionen für die Zukunft. Dies spiegelt sich auch in einem ungewöhnlichen Konzept wieder: Neben der Ausstellung bietet der Zinkhütter Hof exzellent ausgestattete Räume für Veranstaltungen. Ob Kongresse, Tagung oder Ausstellung, die Glashütte ist immer ein besonders interessanter Ort der Begegnung für Vertreter von Wirtschaft und Kultur.

Die Nadelherstellung
Viel Wissen über Nadeln, Messing und Zink
Abschluss im Restaurant Artemis in Stolberg

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Jahresexkursion am 21.7.2012 nach Imgenbroich und Zweifall Musikmuseum Imgenbroich

Lange bevor Radio und Fernsehen erfunden waren, gab
es bereits mechanische Apparate, die ohne menschliche
Hilfe echte „Live“ -Musik erzeugen konnten. Selbstspielende
Musikinstrumente begeisterten die Menschen
im Heim, auf den Straßen und im Café. Moderne Unterhaltungselektronik
verdrängte die wundervollen Musikautomaten
einer vergangenen Epoche, ihre flotte Musik
ist fast vergessen.

Direkt vor unserer Nase in Imgenbroich haben wir ein Museum besucht. Alle Teilnehmer waren überrascht ein so vielfältiges Repertoir vorzufinden. Das Erstaunen war groß über die ausgeklügelte Technik aus den vorigen Jahrhunderten. Das alles war kaum jemanden bewusst, so nah vorzufinden.

Sägewerkmuseum Zweifall

Die längste Bank der Welt könnte es sein, die am Forsthaus Zweifall steht. Sie soll 36 m lang sein und hätte noch mehr Heimatvereinsmitglieder aufgenommen als der Bus transportieren konnte.

Statt bewährte alte Sägewerkstechnik nach ihrer Ausmusterung zu verschrotten, entschlossen sich 2002 ortsansässige Zweifaller in Zusammenarbeit mit dem damaligen Fortsamt Hürtgenwald nach einer Bleibe für Sägegatter und Bundsäge zu suchen. Daraus entstand nach zweijähriger Kraftanstrengung das heutige Museumssägewerk am Forsthaus Zweifall.

Geholfen haben neben den Ideengebern zahlreiche Spender und der Landesbetrieb Wald und Holz NRW durch Geld und durch dem tatkräftigen Einsatz der Forstwirte und der Fortstwirtausbildungsrotte mit ihrem Forstwirtschaftsmeister. Anfang September 2008 gründete sich der "Förderverein Museumssägewerk Zweifall e.V.", der sich die finanzielle Förderung des Sägewerks und die Demonstration alter Sägewerkstechniken für die Öffentlichkeit zum Ziel gesetzt hat.

Anfang September 2008 gründete sich der Förderverein
"Museumswerk Zweifall e.V.", der sich die finanzielle Förderung des Sägewerks und die Demonstration alter Sägewerkstechnik für die Öffentlichkeit zum Ziel gesetzt hat.
Forstdirektor Jansen führte uns kompetent und verständlich durch den Weg des Holzes vom Wald bis hin zur Endverwendung

Zum Abschluss wanderten wir noch ein Stück in den Wald und erfrischten uns im Haus Solchbachtal in gemütlicher Runde.

Jahresexkursion nach Höfen unter dem Jahresthema Weben am 8. August 2011

(46 Teilnehmer)

Zunächst besuchten wir das

Wasserwerk Perlbach


Entstehung und Geschichte des Wasserversorgungszeckverbandes Perlenbach Der Grundstein des Wasserwerkes Perlenbach, lag in den der Stadt Monschau gehörenden Versorgungsanlagen, die um 1890 aus Quell- und Entsäuerungsanlagen bestanden. In späteren Jahren kam eine Pumpstation mit Hochbehälter am Perlenbach und die ersten Ortsnetzleitungen hinzu. Nachdem in den ersten Jahren nach Kriegsende die Zerstörungen an Häusern, ganzen Dörfern und Straßen einigermaßen beseitigt waren, musste man an die schon lange als dringend notwendig erkannte Verbesserung der Trinkwasserversorgung im Grenzlandkreis Monschau herangehen. Durch die Mitwirkung des Regierungspräsidenten in Aachen kam im Jahre 1953 zu einem Gesamtentwurf zur Genehmigung dieses Vorhabens. Der Entwurf umfasste die Talsperre im Perlenbachtal mit einem Fassungsvermögen von 800.000 m³, eine Aufbereitungsanlage mit Pumpstationen für 3 Einzugsgebiete und Versorgungsleitungen von rund 70 km Länge. Außerdem waren 9 Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 3.600 m³ vorgesehen.

Es war schon sehr interessant, zu sehen, was alles passiert, ehe wir zu Hause den Wasserhahn aufdrehen.

Im Labor wird ständig die Qualität überprüft

Die Filteranlage

Die Leitstelle ist das Herzstück des Wasserwerks

Danach besuchten wir die alte Molkerei und hatten Gelegenheit, etwas zu essen oder ein Bier zu trinken.

Anschließend Besuch im



Webereimuseum Haus Seebend

Im Anbau des Naturhauses Seebend besichtigten wir eine Original-Weberei, wie sie in Höfen bis in die 70er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts beim Onkel von Dr. Jansen auf dem Heidgen in Betrieb war.

Dr. Bernd Jansen informierte über die Arbeitsabläufe
und führte Spulmaschinen und Webstühle in Aktion vor.

Die alte Weberei auf dem Heidgen.

Webstuhl in Aktion

Jahresexkursion 2010 14.August 2010 Ausweichsitz der Landesregierung NRW in Urft

An einem schönen Samstagnachmittag besuchte der Heimatverein Konzen den Bunker der Landesregierung in Urft. Die Schrecken der beiden Weltkriege hatten eine tief greifende Angst in den Köpfen aller Menschen hinterlassen. Doch in den 60er Jahren war der nächste Krieg längst ausgebrochen - ein kalter Krieg-. Es waren die Jahre der Kubakrise, des Mauerbaus und der atomaren Aufrüstung in Ost und West. Die beiden Großmächte bedrohten sich mit immer stärkeren Atomwaffen. Die Rüstungsspirale beeinflusste Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Militär. Jederzeit konnte aus dem kalten Krieg ein "heißer" werden.



In der Luftfilteranlage

In aller Stille trafen die deutsche Bundesregierung und die Länderregierungen vorbeugende Maßnahmen für einen möglichen Atomkrieg. Unter hoher Geheimhaltung wurden geschützte Ausweichsitze errichtet. Aus unterirdischen, atombombensicheren Bunkern sollten die Regierungen mit ihren Krisenstäben weiterarbeiten können. Dabei ging es um schelle und sichere Erkennung von Angriffen und Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung.



Wilfried Wirtz bei der Einzeichnung der Atomwolke

Der Ausweichsitz NRW in Urft wurde über 30 Jahre ständig betriebsbereit gehalten. Eine strenge Geheimhaltung sollte verhindern, dass die Bevölkerung von seiner Existenz und den dort durchgefühgrten Übungen etwas erfuhr.



Josef Schmitz auf dem Stuhl des Ministerpräsidenten NRW (Mit Sekretärin Marlene Kreitz)

Erst in den 90er Jahren wurde der Bunker außer Betrieb gestellt und an den Schwiersohn des Betriebsleiters Dr. Claus Röhling verkauft. Nun nach 15 Jahren können Besucher den Bunker besichtigen. So nahm der Heimatverein Konzen die Gelegenheit wahr und fuhr nach Urft. Es waren ca. 30 Grad im Bus und dann ging es vier Etagen unter die Erde bei 7 Grad. Nach zweieinhalb Stunden waren alle froh wieder über Tage sich an dem schönen Sonnentag zu erfreuen.

Alle Teilnehmer waren sehr beeindruckt von der engagierten Führung und dem sichtbaren Versuch, einen Atomkrieg zu überleben. Die immensen Kosten, die dieser Bunker den Staat gekostet hatte, ließen sich nur dadurch rechtfertigen, dass mit der Handlungsfähigkeit der Regierungen auch gewährleistet worden war, dass es nicht zu einem solchen Weltuntergang gekommen ist.
Vielen war auch bewusst, dass nach den 30 Tagen des Überlebens im Bunker draußen auch an ein Weiterleben nicht mehr zu denken gewesen wäre. Die Erleichterung, dass dieses Gebäude nie gebraucht worden ist, war allen Teilnehmer anzusehen, als sie wieder durch den als Garage getarnten Ausgang in den grünen Eifelwald blickten.

Der Abschluss fand dann bei Kaffe und Kuchen im Urfter Hof statt, wo eine sehr freundliche Bedienung uns schon erwartete.



Kaffee und Kuchen im Urfter Hof

Jahresexkursion 2009 25. Juli 2009 nach Recht bei St. Vith

Der Jahresauflug des Heimatvereins führte diesmal nach Recht bei St. Vith, wo es ein Blausteinbergwerk zu besichtigen gab. Zu Gast war wieder der VdK .

Historie

Mehrere Jahrhunderte wurde der Blaustein in Steinbrüchen gewonnen. Mitte der 1880er

Jahre wurde der Schieferstollen Recht von den Gebrüder Margraff angelegt, um tiefer gelegene und lukrative Dachschieferlager zu erschließen. Der Oberflächenabbau in den Steingruben war aufgrund der erreichten Tiefen zu schwierig geworden. 1886 begannen die Arbeiten am oberen Stollen und von 1890 bis 1895 wurde der untere Stollen in den Fels getrieben, der etwa 60 Meter unter der Erdoberfläche liegt. Die durchschnittliche Vortriebsleistung lag bei 30 Zentimetern pro Tag. Der Streckenvortrieb erfolgte ausnahmslos durch Sprengen mit Schwarzpulver.



Der untere Zugangsstollen brachte erst nach etwa 300 Metern den gewünschten Erfolg, sprich das Schieferlager mit brauchbaren Steinen. Die Abbaufläche erstreckt sich über eine Länge von zirka 100 Metern und die gewaltige Abbaukammer ist stellenweise mehr als 14 Meter hoch. Im Volksmund trägt sie deshalb den Namen "Kathedrale". 

Die Untertagegewinnung der Schieferplatten gestaltete sich ähnlich wie im Steinbruch. Die bis zu 750 Kilogramm schweren Steinblöcke wurden mit Loren nach draußen befördert. Ein Teil des Schienennetzes ist noch gut erhalten. Von Schlechtwetterlage kann im Rechter Schiefertollen übrigens nicht die Rede sein, denn die Temperatur liegt Sommer wie Winter bei konstanten 7 °Celsius. Die relative Luftfeuchtigkeit erreicht etwa 100 %. Unterer und oberer Stollen sind per Luftschacht verbunden, wodurch ein ständiges "Lüftchen" weht. Von den bewegten Steinmassen beim Untertageabbau waren 80% für eine hochwertige Verwendung nicht geeignet. Vor dem 1. Weltkrieg wurde der Untertageabbau im Schieferstollen Recht beendet. Dass sich der Rechter Blaustein nicht als Dachschiefer eignete, dürfte die Schließung der Anlage sicherlich beschleunigt haben. Man konnte ihn nicht dünn genug spalten. Die Gebrüder Margraff beschäftigten bis zu 25 Mann. Seinen größten Bekanntheitsgrad erlangte der Rechter Blaustein durch die künstlerische Gestaltung im sakralen Bereich. Aber nicht nur Kreuze wurden aus Rechter Blaustein gefertigt, sondern auch Fenster- und Türrahmen, Eck- und Schlusssteine, Viehtränken, Spülsteine, Tische, Bodenplatten, Schweinetröge oder Wasserrohre. Die älteste erhaltene Grabplatte aus Rechter Schiefer steht in der Vorhalle der Kapelle von Wiesenbach bei St.Vith. Auf ihr ist die Jahreszahl 1649 zu erkennen. Sie wurde folglich ein Jahr nach Ende des 30-jährigen Krieges dort aufgerichtet. Das älteste Grabkreuz aus Rechter Blaustein steht unterdessen in Mackenbach bei St.Vith. Es erinnert an einen 1719 verstorbenen St.Vither Gerichtsschöffen. Die frühesten Grabkreuze sind äußerst qualitätsvolle barocke Arbeiten, welche die Handschrift der Tiroler Meister zeigen. Die abbauwürdigen Blausteinschichten treten am Ortsteil "Rechter Berg" auf. Die ältesten Obertagegewinnungsstätten liegen vermutlich in der Flur "Am Stein", später erfolgte der Abbau am "Feckelsborn". Die letzte Blausteingrube wurde bis 1920 betrieben. Rund um den Rechter Blaustein entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine "Steinindustrie". Der Spruch "Kreuze und Schweinetröge haben die Rechter am Brot gehalten" verdeutlicht die Bedeutung des Steinhandwerks für die Ortschaft Recht. 

Besuch des Biermuseums in Rodt

Anschließend besuchten wir das Biermuseum in Rodt. Hier konnten wir auch lecker Mittagessen.

Leider mussten wir feststellen, dass noch keine Flasche Felsquell oder Zwickel dort vorhanden war. Wir werden das ändern!!!

Danach war der Besuch des Heimatmuseums von St. Vith geplant. Wir wurde sehr herzlich empfangen und konnten uns in dem liebevoll eingerichteten Museum umsehen. St. Vith war im 2. Wltkrieg zu 95 % zerstört. Nur das alte Bahnhofsgebäude war noch einiger Maßen erhalten. In diesem Bauwerk hat dann der Heimatverein St. Vith ein Museum eingerichtet.

Hauptthema des Museums war natürlich die Vennbahn. Schöne Darstellungen, interessante Fotos und tolle Requisiten waren liebevoll ausgestellt. Sogar im Keller hatte man landwirtschaftliches Gerät, welches vielen noch wohlbekannt war, ausgestellt. Sogar ein altes Haarschneidegerät (?) wurde ausprobiert. (Aber der Friseur war keine Fachfrau, der Kunde jedoch geduldig)!!



Zum Abschluss gab es noch ein Stück Kuchen mit Kaffee in Nidrum. So konnten wir denn auch noch an der Einführung unseres neuen Pfarrers Stoffels teilnehmen.   

Der Bus war zwar kein Komforttransportmittel, aber er brachte uns wohlbehalten nach Hause zur Pfarrereinführung und Sportwoche des TV Konzen.

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